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SLOTERDIJK on TALBERG’S PINTURA ALCHEMICA

Sphaira

Die Sphaira ist ein Ort der Metamorphose. Bei Heidegger wird vom Menschen erstmals expressis verbis behauptet, dass ihm die dinglichen Bewohner seiner sorge- erschlossenen Welt zeugförmig zuhanden seien. Was sich handlich findet, chiro- topologisch handhabbar zurecht gemacht wird, beginnt seine Wandlung in brauchbares Zeug (u.a. Kunst), was in aller Schlichtheit den ersten Akt der Welterzeugung darstellt, und mit ihm die Selbstinklusion der Insulaner.

Individualität, die sich selbst auf die Spur kommt, setzt voraus, dass Einzelne sich auf Ruhe-Inseln zurückziehen können. Als Phonotop kommen neben Platons Garten auch die Häuser Gottes (Klöster) in Betracht, wobei nach Augustinus gilt: In interiore homine habitat veritas. Die wichtigste Nebenwirkung des Silentium-Effekts zeigt sich am Auseinanderdriften des Öffentlichen und des Privaten. 

Die uterotopische communio artikuliert sich neben heiliger und magischer Allianzen u.a. in der communio sanctorum im Schoß der Mutter Kirche, was von einigen Zeitgenossen dahingehend interpretiert wird, dass die Menschheit im Tiefsten eine religiöse Größe darstelle. [ ...] Die uterotopische Synthesis bedeutet die Auserwählung von Menschen zum gemeinsamen Herkommen aus einer unvergleichlichen Höhle.

Uterotopie und Utopie spiegeln sich einander wie Herkunfts- und Zukunftselitismus. Damit lässt sich verstehen, dass, anders als Marx und Engels dachten, alle Geschichte die Geschichte von Kämpfen zwischen Auserwählungsgruppen ist ... [...]

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