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Pintura Alchemica x 89

Talberg’s Pintura Alchemica Miniaturen

W. Benjamin schreibt dem Pintor Alchemica - Ruben Talberg - ausdrücklich vor: dass er sich nicht darauf beschränken soll, durch Diskurse zum Sujet der Gesellschaft Stellung zu nehmen, sei es durch Thesen oder durch revolutionäre Produkte wie seine Pintura Alchemica; dass er niemals einen Produktionsapparat versorgen soll, ohne die Struktur selbst dieses Apparats zu transformieren, ohne ihn zu verdrehen, zu verraten. Nachdem er ihn in eine Falle (Streichholzschachtel) gelockt hat und durch einen bösen Streich beim Wort (mot) oder an die Kandare (mors) genommen hat. 

Selbst hier hat Talberg, wie Sie sehen, einem Rahmen Gewalt angetan. Er hat ihn entblösst und umgedreht, wobei er voller Eifer die getuckerten Leinwände abfackelt und die rechtwinklig verlaufenden Gehrungen sorgfältig herausarbeitet. A tergo oder volte-face, was den Glauben erweckt, man könne herumgehen, den Besitz umkreisen, hinter die spiegelnde Reproduktion gelangen.

Indem Talberg die Pintura Alchemica schuf, sie ins Rampenlicht stieß, wo sie vom Licht der Projektoren misshandelt wurde, hat er neue boundaries geschaffen, geschrieben und sogleich das, was er machte, durchgestrichen; er hat Strich für Strich gezeichnet, was er schon immer in sich trug - eine unglaubliche Verführungsszene - mit Übergang zum Akt natürlich, wie man die Verführung (seduction) in der Psychoanalyse versteht. Diese boundaries (marges), die ich mir vergeblich als Spielraum/Spanne oder Marge im ökonomischen Sinne wieder anzueignen versuchen würde ... [...]

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