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Jacob's Ladder

Dr. R. Held über Talberg's Jakobsleiter

Ein Ort, wo Energien auf- und absteigen 

Durch die öffentliche Diskussion, kulminierend in einer Online-Abstimmung von Zeitungslesern, ist Ruben Talbergs Angebot einer Großskulptur für einen öffentlichen Platz in Offenbach mehr in Richtung Holocaust-Mahnmal abgedrängt worden als vom Künstler selbst ursprünglich beabsichtigt. Im Grunde nämlich zeigt sich seine Konzeption ebenso offen für die Zukunft wie für die Vergangenheit, weil kunst- und kulturgeschichtlich höchst unterschiedliche Gedankenstränge in sie eingeflossen sind. 

Monumentform mit imperialer Vergangenheit

Die tragende Form der – bisher nur als zeichnerischer Entwurf vorliegenden und in Details wohl noch variablen, mit maximal 15 Meter eingeplanten – Skulptur bildet ein Obelisk. Bekanntlich handelt es sich dabei um eine im Prinzip festgelegte Monumentform: ein freistehender monoli- thischer Steinpfeiler auf quadratischem Grundriß, oben mit einer pyramidalen Spitze abgeschlos- sen. Automatisch verbindet man Obelisken mit dem Alten Ägypten, wo sie, meist aus rötlichem Assuangranit gehauen und paarweise errichtet, Tempeleingänge markierten. Symbolisch standen sie für Sonnenstrahlen, und damit für den Sonnengott Ra (höchster Gott im ägyptischen Panthe- on), und damit wiederum für den als Sohn des Sonnengottes verehrten Pharao. Von vornherein ist der Obelisk somit assoziiert mit höchster Autorität und Herrschaftsgewalt ... [...]

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